Mitten in meiner Ausbildung zum Industriemeister kam dann die Nachricht, auf die ich schon so lange gewartet hatte. Nach Wochen der Diskussionen und Angebote hatte ich den Auftrag für eine, bzw. 2 Wartungen in Australien erhalten. Hier machten sich die jahrelangen Kontakte endlich einmal bezahlt.
Der Flug über Singapur war reine Routine, schließlich war ich ja erst kürzlich dort. Von dort ging es dann direkt weiter nach Adelaide. An der Leihwagenstation dann die üblichen Gespräche über meinen deutschen Führerschein. Die junge Dame brachte mich dann zu meinem Wagen und ich lud die Sachen ein. Ich unterschrieb den Mietvertrag nachdem ich mich vergewissert hatte, dass alles in Ordnung war und setzte mich ins Auto. Das Lachen der jungen Frau hatte mich dann doch etwas irritiert. Als ich aber das Lenkrad greifen wollte und feststellen musste, dass ich auf der falschen Seite saß hatte ich auch dafür eine Erklärung. Zumindest war es ein Automatikfahrzeug und so konnte ich mich auf das ungewohnte Lenken beim Fahren konzentrieren.
Die Baustellen waren wie jede andere auch. Nur der Arbeitssicherheitsstandart war enorm hoch. Wenn man sich an die Vorgaben hielt hatte man allerdings keinerlei Probleme.
Die Kollegen dort haben mich auch super aufgenommen. Ich sollte die ganze Zeit mit einem Mann namens Timothy (Tim) zusammenarbeiten und er führte mich erst einmal über das Gelände. Er zeigte mir, warum die Bucht an der die Baustelle lag „Pelican Point“ heißt und als wir so liefen und uns unterhielten erwähnte er nur ganz kurz, dass die Schlage, die in etwa 3 Metern Entfernung vor uns die Straße überquerte nur die zweitgiftigste in Australien war. Na super. Ich hatte nie und habe nie wieder so vorsichtig irgendwelche Geräte geöffnet und gesäubert, um ja nicht von Spinnen oder sonstigen Getier gebissen zu werden.
Ansonsten war die Reise super. Fredrik, ein langjähriger Weggefährte aus Schweden hatte alles organisiert. Mein Auto, ich hatte ein tolles Appartement mitten in Glenelc, einem Stadtteil an der Küste und nur 2 Minuten Fußweg ins Ortszentrum wo der Bär steppte. Ich aß fast jeden Abend in der gleichen Bar und am zweiten Tag kannten die dort meinen Namen und mein Cider kam auch ohne Bestellung sofort an meinen Platz. Fast wie Urlaub.
Mit Tim besuchte ich den Gorge Wildlife Park etwas außerhalb von Adelaide und dort bekam ich dann auch zum ersten Mal ein lebendiges Wombat zu sehen. Er zeigte mir auch sonst noch sehr viel von der Landschaft und ich war sehr dankbar dafür. Mit Fredrik ging es auf eine organisierte Tour durch diverse der lokal ansässigen Weingüter. Toll organisiert von der Gesellschaft. Alles „junge“ Leute in dem Kleinbus. Das der erste Stopp gleich Portweine zur Verköstigung bot war vielleicht auf meinen nüchternen Magen keine gute Idee. Aber lecker und interessant war es allemal. Den Wein von Jacob’s Creek trinke ich sogar heute noch ab und an. Teil der Tour war auch der Besuch des Barossa Damm. Dieser bot einen atemberaubenden Ausblick auf die Landschaft. Eine Seite Stausee, die andere Seite wie Dschungel.
Auffällig waren die vielen Besonderheiten, die ich aus Deutschland so nicht kannte. So gab es z.B. Kängurufleisch in unterschiedlichsten Varianten im Supermarkt zu kaufen. Es gibt dort Drive-Trough Alkoholläden. Axe heißt dort Lynx. Der Astra ist wie in UK von Vauxhall und nicht von Opel. Burger King ist dort Hungry Jack um nur ein paar zu nennen.
Es bleiben mir sehr viele Erinnerungen von dieser Reise und ich nehme ein paar neue Freunde mit auf meinen weiteren Weg. Dank der Kommunikationsmöglichkeiten heutzutage ist das auch kein Problem mehr.

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