Nachdem meine Freunde hörten, dass ich nach Los Angeles fliegen durfte, konnte ich mir vielleicht einiges anhören. Dann auch wieder in der Businessklasse. Was für ein Spaß. In LA angekommen war ich erst einmal platt und so nahm ich mir ein Taxi anstelle eines Mietwagens.
Der Fahrer fuhr mich nach Venice Beach, wo das Hotel sein sollte. Als ich die Kaschemme sah musste ich mich doch schon etwas wundern. Das sah den Schweden für die ich dort arbeiten sollte überhaupt nicht ähnlich. Schnell stellte sich heraus, dass ich an der falschen Adresse war. Also im nächsten Taxi in das 10 Minuten entfernte “richtige” Hotel. Abends verabredete ich mich mit den Schweden in einer Sushi Bar und die übliche Begrüßung ging los. Ein paar kannte ich schon aus der Vergangenheit und so war alles recht entspannt und einfach. Die Baustelle war wie jede andere auch. Der einzige Unterschied lag in dem Hinweis, jeglichen Knochenfund sofort zu melden, da in dem Gebiet der Baustelle wohl Skelette von Dinosauriern vermutet wurde.
Abseits der Arbeit merkte ich schnell, dass ich ohne fahrbaren Untersatz nicht sehr weit kommen würde in der Stadt, die doch eine etwas andere Dimension hatte als alles, was ich vorher gesehen hatte. Die 6 spurige Autobahn durch die Stadt ist da nur ein Beispiel für. Eher zufällig stolperte ich bei meinem Rundgang durch den Ortsteil über eine Niederlassung von Hertz. Wie der Zufall es wollte, war der Betreiber früher in Hamburg stationiert und so wurde es ein entspanntes Gespräch. Ich nahm dann auch ein Auto mit. Einen roten Ford Mustang. Was haben die im Hotel und auf der Baustelle geguckt als ich mit dem Wagen vorgefahren bin.
Natürlich habe ich mir dann sehr viel angesehen. Sunset Blvd, Santa Monica, Beverly Hills, Hollywood usw. Wenn man möchte und mobil ist, dann kann man schon eine Menge sehen. Da wir morgens um 5 schon mit der Arbeit starteten, konnten wir auch früh Feierabend machen und ich nutzte die Zeit für weitere Exkursionen. Downtown, Volleyballturnier in Hermosa Beach und der Merchandise Shop von West Coast Customs, um nur einige Ziele zu nennen. Ein nettes Feature waren die vorher ausgeguckten Webcams zu denen ich fuhr, wenn ich mit meiner Freundin telefonieren wollte. So konnte sie mich wenigstens sehen. 2005 war das über die Entfernung noch nicht so einfach wie das heute der Fall ist.
Bei meinen Rundfahrten bin ich auch auf die Zufahrt zum Anwesen von Arnold Schwarzenegger gestoßen. Es dauerte nur wenige Augenblicke bis mich zwei freundliche Männer in schwarzen Anzügen und mit Maschinenpistolen doch baten mein Fahrzeug zu wenden und den Bereich zu verlassen. Selbstverständlich kam ich dem sofort nach.
An meinem Letzen Abend lud ich zwei der Schweden zum Essen ein und anschließend gingen wir in einer der vielen Strandbars noch etwas trinken. Bei mir dauerte es dann doch noch etwas länger und ich unterhielt mich mit vielen der anwesenden Personen. Eine davon hielt mich für einer Darsteller aus der Serie Lost, die gerade angelaufen war. Trotz aller Versuche wollte er mein Abstreiten nicht glauben. Als die Kellnerin dann erfuhr, dass ich ein Deutscher bin, schleppte Sie einen volltrunkenen Hamburger an. Ich schämte mich ein bisschen, war aber auch Schwein genug, den restlichen Abend die Gastfreundschaft und das spendable Gehabe auszunutzen. Vielen Dank auch an dieser Stelle noch einmal.
Alles in allem eine gute Reise, aber meine Stadt ist es nicht. Zu Groß und zu viele unsichere Ecken. Mit meinem Spanisch kam ich vielerorts besser klar wie mit Englisch. Bei einer Stadt mit spanischem Namen allerdings auch kein Wunder.

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